18.11.2011 11:51

Sammelgutqualität unter Druck

Die seit Wochen hohen Mengen in den Stückgutnetzen und die kurzen Wochen schlagen sich in einigen Regionen auf die Qualität in der Zustellung nieder. Die von den Stückgutnetzen angestrebte Zustellquote von 95 Prozent am folgenden Tag wird oft nicht mehr erreicht. Momentan ist ein Durchschnittswert von 85 Prozent die Regel. Überdurchschnittlich betroffen sind vor allem süddeutsche Empfangsstationen, vor allem der Raum München gilt als besondere Problemregion.

Die wichtigste Ursache für die Situation ist die mangelnde Kapazität im Nahverkehr, die Tagessätze für 7,5- und 12-Tonner sind deutlich gestiegen, in einigen Regionen liegen sie bis zu 20 Prozent höher, als im Vorjahr. Beispielsweise liegen die Preise in München zwischen 380 bis 450 Euro (für 7,5-/12-Tonner im Tageseinsatz), im Ruhrgebiet und Hamburg sind es 320 bis 360 Euro und in Berlin bis 320 Euro. Zur Entlastung der betroffenen Verteilerspediteure haben erste Kooperationen Ballungsraumzuschläge eingeführt.

Ein weiteres Problem, das die Situation verschärft, ist der Fahrermangel speziell im Nahverkehr. Neben der schlechten Entlohnung und der demografischen Entwicklung, gibt es immer weniger Fahrer mit dem alten PKW-Führerschein der alten Klasse 3 (bis7,5 t) – seit 1999 ist der neue PKW-Führerschein (Klasse B) auf 3,5 t begrenzt. Weiterhin wirkt sich auch der Einsatz von digitalen Tachos kostensteigernd aus.

Quelle: DVZ Brief Nr. 44/ 4.November 2011

 

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